Phantasie ist wichtiger als Wissen:
Das Heinrich-Stiefel-Schulmuseum an der Wirtschaftsschule Ingolstadt auf der MIBA 2007

Auf der Miba zeigten wir Teile eines 100 Jahre alten Klassenzimmers aus der Zeit von Kaiser Wilhelms dem II und konfrontierten diese Inszenierung mit Teilen eines modernen Klassenraumes.
Durch diese Gegenüberstellung wurde deutlich, dass die heutige Schule nicht immer so war, wie sie ist, sondern durch gesellschaftliche Auseinandersetzungen in der Vergangenheit und in der Jetzt – Zeit heute so geworden ist. „Schule“ ist genauso in Bewegung, wie die Gesellschaft selbst.

In der Schule der Kaiserzeit dominierte der Untertanengeist. Gehorsam, Zucht, Ordnung und Disziplin waren Tugenden, die den Kindern schon von früh auf beigebracht und wenn nötig mit Gewalt eingeprügelt wurden.
Auf den harten, eng zusammen stehenden Schulbänken konnten sich die Schüler kaum bewegen.
Sogar die Art zu sitzen war vorgeschrieben.
So wie kein Schüler seine eigene Art zu sitzen haben durfte, gab es auch keine individuelle Schrift.
Die Jungen wurden – kurz gesagt – auf den späteren Militärdienst vorbereitet, während die Mädchen nach wie vor eine Familie gründen und Hausfrau und Mutter sein sollten.
„Was musst du einen Beruf haben, wenn du sowieso heiraten wirst“ bekamen sie oft zu hören.

Ganz anders in der Jetzt-Zeit.
Jeder Schüler und jede Schülerin haben eigene Stühle und Tische, die den Bewegungen des Körpers angepasst und verstellbar sind. Moderne Unterrichtsmittel wie elektronische Tafeln und Computer werden eingesetzt und ersetzen z.B. die alten Wand- und Bildkarten.
Jeder Schüler und jede Schülerin dürfen eine eigene Handschrift haben, die ihre Individualität ausdrückt.
Die Prügelstrafe und andere körperlichen Züchtigungen sind abgeschafft, denn „die Würde des Menschen ist unantastbar“ (Art. 1 GG)
Erziehungsziel ist es, die Schülerinnen und Schüler so zu fördern, dass sie ihre Fähigkeiten entwickeln und im späteren Berufsleben einsetzen können.
Außerdem sollen Mädchen und Jungen – anders als in der Kaiserzeit – gleiche Chancen und Rechte haben.

Museumskalender

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